Nach dem Entfernen eines Zahns beginnt sich der Kieferknochen an dieser Stelle zurückzubilden. Die Aufgabe des Knochens ist es, einen Zahn zu tragen; ohne Zahn hat er wenig Anlass, sich zu erhalten. Über die Jahre nimmt das Volumen ab, und irgendwann bleibt für ein Standardimplantat zu wenig übrig.
Für viele Patienten klingt der Satz „Sie haben zu wenig Knochen“ wie das Ende der Sache. In der Praxis heißt er meist: „Es braucht einen anderen Weg.“
Knochenaufbau
Die häufigste Antwort ist ein Knochenaufbau im defizitären Bereich, der genug Volumen wiederherstellt, damit ein Implantat Halt findet. Ist das Aufbaumaterial eingebracht, muss die Stelle heilen und der neue Knochen reifen — das fügt der Behandlung eine Stufe und eine Wartezeit hinzu.
Im hinteren Oberkiefer, wo sich die Kieferhöhle nach unten ausgedehnt hat, wird ein Sinuslift eingesetzt: Der Boden der Kieferhöhle wird angehoben, um darunter Platz für ein Implantat zu schaffen.
Jochbeinimplantate
Bei fortgeschrittenem Knochenschwund im Oberkiefer reicht selbst ein Aufbau möglicherweise nicht. Hier kommen Jochbeinimplantate ins Spiel: deutlich länger als Standardimplantate, verankern sie sich im Jochbein statt im Kiefer. Das Jochbein behält seine dichte Struktur unabhängig vom Zahnverlust.
Ihr wesentlicher Vorteil: Feste Zähne werden möglich, ohne monatelang auf das Einheilen eines Aufbaus zu warten. Dafür ist es ein größerer Eingriff: Er erfolgt unter Vollnarkose, dauert drei bis vier Stunden, und es sind fünf Übernachtungen geplant.
Erfahrene Zentren berichten Erfolgsquoten zwischen 95 und 98 Prozent, und klinische Studien nennen Lebensdauern von über zwanzig Jahren. Hinzuzufügen ist, dass die Technik chirurgische Erfahrung verlangt — zu fragen, wer sie ausführt, ist berechtigt.
Welcher Weg infrage kommt, lässt sich ohne dreidimensionale Aufnahme nicht entscheiden. Ein Panoramaröntgen gibt einen Eindruck, zeigt aber nicht die Dicke des Knochens.
Mir wurde zu Hause gesagt, es gehe nicht — lohnt sich eine Zweitmeinung?
Meist ja. Manchmal heißt „es geht nicht“ so viel wie „diese Technik bieten wir hier nicht an“. Ihre Aufnahme zu teilen und eine zweite Einschätzung einzuholen kostet Sie nichts. Und fällt die Antwort gleich aus, verstehen Sie wenigstens die Begründung dahinter.
Woher das Aufbaumaterial kommt
Das ist eines der Dinge, über die Patienten am meisten nachdenken und am wenigsten fragen. Das Material kann aus vier Hauptquellen stammen, allesamt routinemäßig verwendete, regulierte Produkte.
- Ihr eigener Knochen — meist aus dem Kieferbereich entnommen und am besten verträglich
- Aufbereiteter menschlicher Knochen — aus Gewebebanken, sterilisiert und kontrolliert
- Knochen tierischen Ursprungs — meist bovin, frei von allen organischen Bestandteilen
- Synthetisches Material — im Labor hergestellte, knochenähnliche Mineralien
Welches verwendet wird, hängt von der Größe des Defekts ab. Haben Sie religiöse oder persönliche Vorbehalte, sagen Sie es von Anfang an — für nahezu jeden Fall gibt es synthetische Alternativen, und das ist eine völlig berechtigte Bitte.
Wie lange der Aufbau dauert
Hier gibt es zwei Szenarien, und der Unterschied bestimmt Ihren Zeitplan. Bei kleinen Defekten kann der Aufbau im selben Termin wie das Implantat erfolgen: Ein zusätzlicher Aufenthalt entfällt, nur die Einheilzeit ist etwas länger.
Ist der Verlust größer, lässt man den Aufbau für sich reifen und setzt das Implantat in einem zweiten Eingriff. Dieses Szenario zieht die Behandlung über Monate und muss für die Reiseplanung vorher bekannt sein.
Deshalb sind Zeitangaben ohne Aufnahme unzuverlässig. Ohne das Bild weiß niemand, in welchem Szenario Sie sich befinden, und der genannte Termin ist geraten.
Wird es durch Warten schlimmer?
Meist ja. Der Knochenabbau ist im ersten Jahr nach der Entfernung am schnellsten und geht danach langsamer weiter. Ein Bereich, der heute keinen Aufbau braucht, kann ihn in einigen Jahren brauchen.
Das ist kein Aufruf zur Eile — Sie müssen die Entscheidung nicht überstürzen. Wenn Sie aber denken „ich kümmere mich in ein paar Jahren darum“, schieben Sie es im Wissen auf, dass diese Jahre die Behandlung aufwendiger und teurer machen können.
Ist der Zahn noch nicht entfernt und die Extraktion geplant, begrenzt ein Aufbau in der Alveole direkt bei der Entfernung den Abbau von Anfang an. Dieser einfache Schritt kann später einen weit größeren Eingriff überflüssig machen — fragen Sie Ihren Zahnarzt vor der Extraktion danach.
Ist der Knochenaufbau schmerzhaft?
Er erfolgt unter örtlicher Betäubung, während des Eingriffs gibt es also keinen Schmerz. Danach ähneln Schwellung und Druckempfindlichkeit denen nach einer Implantatoperation und lassen sich mit Schmerzmitteln beherrschen. Wird eigener Knochen entnommen, kann auch die Entnahmestelle einige Tage empfindlich sein.
Was, wenn der Aufbau nicht anwächst?
Gelegentlich reift ein Aufbau nicht wie erwartet. Er kann dann wiederholt werden, oder der Plan wechselt auf einen Weg ohne Aufbau, etwa Jochbeinimplantate. Lassen Sie diese Möglichkeit und das weitere Vorgehen in Ihren Garantiebedingungen festhalten.