Ist ein ganzer Kiefer verloren, ist ein eigenes Implantat für jeden Zahn weder nötig noch immer möglich. All-on-Four beruht auf dem Gedanken, eine vollständige feste Brücke auf vier Implantaten zu tragen.
Was es möglich macht, ist nicht die Zahl, sondern der Winkel. Die beiden hinteren Implantate werden geneigt gesetzt, wodurch sie im dichteren Knochen im vorderen Kieferbereich verankert werden und der Knochenschwund weiter hinten aus der Rechnung fällt.
Für wen es passt
- Wer alle oder nahezu alle Zähne eines Kiefers verloren hat
- Träger herausnehmbarer Prothesen, die deren Verrutschen leid sind
- Wer wegen Knochenschwunds im Seitenzahnbereich für herkömmliche Implantate abgelehnt wurde
- Wer viele einzelne Implantate und einen langen Knochenaufbau vermeiden möchte
Stimmt „Zähne an einem Tag“?
Teilweise. Eine provisorische feste Brücke wird in der Regel direkt nach der Operation eingesetzt, Sie gehen also nicht ohne Zähne. Was Sie an diesem Tag mitnehmen, ist aber nicht die endgültige Versorgung.
Der Knochen muss die Implantate erst fassen, das Zahnfleisch verändert beim Heilen seine Form, und die endgültige Brücke wird für diesen abgeklungenen Zustand gefertigt. Das Ergebnis steht also am Ende eines Prozesses, nicht nach einem Tag. Werbung, die das weglässt, weckt die falsche Erwartung.
Der Abschnitt in Istanbul ist mit vier Behandlungstagen und fünf Übernachtungen geplant, die Operation selbst dauert etwa zwei Stunden.
Solange Sie die provisorische Brücke tragen, werden Sie gebeten, sehr harte Speisen zu meiden. Nicht weil die Brücke zerbrechlich wäre, sondern um noch einheilende Implantate früh nicht zu belasten.
Reichen vier Implantate wirklich?
In geeigneten Fällen ja — die Technik ist seit langem im Einsatz und klinisch nachverfolgt. Das Wort „geeignet“ trägt in diesem Satz aber echtes Gewicht: Knochenvolumen, Kieferform und Kaukraft werden beurteilt. Manchen Patienten wird der Zahnarzt mehr Implantate empfehlen, und das ist eine mechanische Notwendigkeit, kein Zusatzverkauf.
Worin es sich von einer Prothese unterscheidet
Eine herkömmliche Prothese liegt auf Gaumen und Zahnfleisch auf und wird durch Saugwirkung oder Haftmittel gehalten. Eine All-on-Four-Brücke wird auf die Implantate geschraubt: Sie sitzt fest im Mund und wird nicht herausgenommen.
Im Alltag zeigt sich das an drei Punkten. Kaukraft: Mit einer festen Brücke können Sie feste Speisen kauen, was die meisten Prothesenträger nicht wagen. Sprache: Die Lautverschiebungen durch eine verrutschende Prothese verschwinden.
Und der Gaumen. Bei Oberkieferprothesen dämpft die Platte, die den Gaumen bedeckt, den Geschmack spürbar. Eine All-on-Four-Brücke braucht diese Platte nicht — und das ist der Unterschied, den Patienten am häufigsten nennen.
Wie sie gereinigt wird
Da die Brücke fest sitzt, können Sie sie nicht herausnehmen und abspülen; die Reinigung findet im Mund statt, und daran muss man sich gewöhnen. Der kritische Bereich ist die Unterseite, wo die Brücke auf das Zahnfleisch trifft: Dort sammelt sich Plaque, und eine normale Bürste kommt kaum hin.
- Eine Munddusche — der praktischste Weg, die Unterseite zu reinigen
- Superfloss oder Zahnseide, die für die Reinigung unter Brücken gemacht ist
- Eine Interdentalbürste für die Stellen, an denen die Implantate austreten
- Eine professionelle Reinigung alle sechs Monate — bei dieser Versorgung nicht optional
Verschraubte Brücken kann der Zahnarzt bei Bedarf abnehmen — ein echter Vorteil für Tiefenreinigung oder Reparatur, den zementierte Brücken nicht bieten. Fragen Sie, ob Ihre Brücke verschraubt oder zementiert wird.
Unterkiefer oder Oberkiefer?
Die beiden Kiefer sind nicht gleichwertig. Der Unterkiefer ist dichter, und Implantate erreichen dort meist eine höhere Primärstabilität. Der Oberkiefer ist poröser, und die Kieferhöhlen begrenzen den verfügbaren Raum.
Die Planung im Oberkiefer ist deshalb sorgfältiger, und in manchen Fällen empfiehlt der Zahnarzt sechs statt vier Implantate. Das ist kein Zusatzverkauf, sondern die mechanische Wirklichkeit des Oberkiefers. Bei fortgeschrittenem Knochenschwund kommen Jochbeinimplantate in Betracht.
Was passiert, wenn die Brücke bricht?
Meist lässt sie sich reparieren: Das gebrochene Teil wird neu gefertigt, die Implantate bleiben unangetastet. Das Brückenmaterial und der Umgang mit Reparaturen sollten deshalb in Ihren Garantiebedingungen stehen. Wiederholte Brüche deuten meist auf Knirschen hin und werden mit einer Aufbissschiene verhindert.
Wenn ein Implantat verloren geht — ist dann auch die Brücke verloren?
Nein. Ein verlorenes Implantat kann ersetzt und die Brücke angepasst werden. Dass alle vier gleichzeitig verloren gehen, ist kein zu erwartendes Szenario — deshalb sind regelmäßige Kontrollen wichtig: Sie geben Ihnen die Möglichkeit, früh zu handeln.